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Gliederung

1. Entstehung des Werkes „Iphigenie auf Tauris“ von Johann Wolfgang Goethe.
 

2. Aufbau eines Dramas.
 

3. Inhalt des Werkes.
 

4. Aufgabe 1: Charakter des „guten Menschen“.
 

5. Aufgabe 2: Wie handelt der „gute Mensch“ im Drama?
 

6. Aufgabe 3: Charakter der Antagonisten.
6.1. Charakter von Thoas und Arkas.
+ 6.2. Charakter von Orest.
   6.3. Charakter von Pylades.
 

7. Aufgabe 4: Bedeutung des Handeln des „guten Menschen“.
 

8. Aufgabe 5: Realisierbarkeit des Appells.
 

9. Aufgabe 6: Wiedererkennung der Handlungsmaximen in gegenwärtigen Verhaltens und Rechtsnormen.
 

10. Die Konflikte zwischen den Personen.



zu 1.) Entstehung des Werkes

- heute: eines der bedeutendsten klassischen Dramen überhaupt
- Werk selbst entstand im Zeitraum der Jahre 1779 bis 1787
- es umfasst 4 Fassungen
- 1786 entstand die heutige Fassung
- Iphigenie ist das erste klassische Werk aus der „klassischen“ Weimarer Zeit
- Klassik greift auf das Gedankengut der Antike in Griechenland zurück
- deshalb ist Iphigenie durch ihre Ideen und Vorlagen dieser Zeit gekennzeichnet
- im Werk werden die strengen Dramaregeln deutlich
- wie z.B. 5 Akte; 5 Figuren; Einhaltung von Ort, Handlung und Zeit
- Merkmal ist auch der hohe Sprachstil aller Personen
- dieser Sprachstil ist an die Harmonie und Reinheit des Werkes gekoppelt
- auffallend ist auch das geregelte Versmaß: Jambus   (unbetont, betont  z.B. Gebot)
- typisch für eine Drama ist auch die Verkörperung von Ideen bzw. Prinzipien durch die einzelnen Personen, was in diesem Werk deutlich wird
weitere Besonderheiten:
- der Glaube an die durch göttliche Schöpfung geschaffene ausgeglichene und gerechte Welt
- selbstbestimmendes Handeln im Einklang mit den Göttern
- positiver Einsatz der Vernunft

- Goethe wandelt „Iphigenie“ so ab, dass sie als Paradebeispiel der deutschen Klassik angesehen werden kann
- nicht eine Katastrophe sondern ein glückliches Ende schließt das Werk (alle Personen gehen in Frieden auseinander und sogar der Fluch wird gebannt)
- die Figuren wenden die Tragödie durch ihr edles und humanes Handeln ab

- dieses Werk kann man also nicht als antikes Handlungsdrama sondern als modernes Charakterstück bezeichnen
 

zu 2.) Aufbau eines (klassischen) Dramas

- (meist) 5 Akte
- 1. Exposition: - Vorstellung der Personen, ihrer sozialen Beziehungen und der Umstände, des Ortes,...
- 2. erregendes Moment
- 3. ansteigende Handlung
- 4. Höhepunkt
- 5. Peripetie (Umschwung)
- 6. abfallende Handlung (Moment der letzten Spannung)
- 7. retartierendes (verzögerndes) Moment
- 8. Ende (meist: Katastrophe)
- Höhepunkt und Peripetie gehören unmittelbar zusammen

speziell auf Iphigenie auf Tauris bezogen:
- 1. I/1 und I/2 (Monolog Iphigenies, Arkas + Iphigenie)
- 2. und 3. I/3 (Frage nach Heirat wird abgewiesen -> Wiedereinführung der Menschenopfer)
- 4. II/1 bis ca. V/3 (Orest und Pylades kommen, Handlung spitzt sich zu)
- 5. V/4 und V/5 (Streit, Kampf)
- 6., 7. und 8. fallen auf V/6 (ENDE, Thoas läßt alle gehen, Happy End)

zu 3.) Inhalt des Werkes

Kopie zum Austeilen:

   Iphigenie auf Tauris: Inhalt

              Goethe weicht im Gang der Handlung kaum von der antiken Vorlage ab:
              Iphigenie stammt als Tochter des Agamemnon und der Klytämnestra aus
              dem Geschlecht der Tantaliden, auf dem seit der Verstoßung des
              Tantalus ein Fluch der Götter liegt. Auch Iphigenies Familie wurde durch
              ein grausames Schicksal zerstört. Vor seinem Feldzug gegen Troja opferte
              der Vater sie in Aulis, um seinen Schiffen günstigen Wind zu
              verschaffen. Diana entrückte Iphigenie jedoch in ihr Heiligtum bei den
              Taurern, wo sie als Priesterin dient. Thoas, der König der Taurer, wird
              von ihr dazu veranlaßt, den uralten Brauch, jeden Fremden auf dem Altar
              der Diana zu opfern, abzuschaffen.

              Doch Thoas beabsichtigt, Iphigenie zu heiraten. Sie lehnt den Antrag ab –
              gekränkt durch ihre Weigerung befiehlt der König, das Fremdenopfer an
              zwei soeben an der Küste gelandeten Männern wieder zu vollziehen. Es
              handelt sich um Iphigenies Bruder Orest und dessen Freund Pylades, die
              sich aber zunächst nicht zu erkennen geben.

              Von Pylades erfährt Iphigenie die Bluttaten, die sich während ihrer
              Abwesenheit in ihrer Familie zugetragen haben: Der Gattenmord der
              Klytemnästra und der Muttermord Orests, der seither von den Erinnyen
              verfolgt wird. Zur Sühne soll Orest auf Apolls Geheiß „die Schwester“
              aus Tauris rauben. Bei Goethe ist die Weisung Apolls jedoch von
              delphischer Doppeldeutigkeit: „die Schwester“ deutet Orest
              vordergründig als das Standbild der Diana (Apolls Schwester), da er
              nicht weiß, daß seine eigene, Iphigenie, auf Tauris weilt.

              Erst im dritten Akt gibt sich Orest zu erkennen. Er akzeptiert seine
              Opferung als unausweichliche Folge des göttlichen Fluches, der auf
              seiner Familie lastet und verfällt in einen Heilschlaf, der ihn von den
              Erinnyen befreit. Auf Veranlassung des Pylades ist Iphigenie jedoch
              zunächst bereit, mit Orest und seinem Freund unter Mitnahme des
              Standbilds zu fliehen. Sie erkennt aber bald in diesem Vorhaben eine
              Fortsetzung der alten Kette von Täuschung und Betrug, denn Thoas
              vertraut ihr. Im Konflikt zwischen Vertrauensbruch und Rettung des
              Bruders offenbart sie sich schließlich dem König, der durch ihren Appell
              an seine Humanität veranlaßt wird, die Heimfahrt zu gewähren.

Personen:
- Iphigenie: Griechin; einzige Frau des Dramas; gilt bei Volk und König als göttliches, reines Weib; Tantalide
- (Agamemnon: Vater von Iphigenie und Orest; Tantalide)  -> nicht handelnd
- (Klytemnästra: Mutter von Iphigenie und Orest; Frau von Agamemnon; tötete Agamemnon) -> nicht handelnd
- Orest: Grieche; Bruder von Iphigenie; brachte seine Mutter, Klytemnästra, um; Tantalide
- Pylades: Grieche; Freund Orests
- Thoas: König von Tauris
- Arkas: Taurer; Thoas Diener und Bote

Vortrag:

Spielort:
- stets der Hain vor dem Dianentempel auf der Insel Tauris

Personen:
- Iphigenie: Griechin; einzige Frau des Dramas; gilt bei Volk und König als göttliches, reines Weib; Tantalide
- (Agamemnon: Vater von Iphigenie und Orest; Tantalide)  -> nicht handelnd
- (Klytemnästra: Mutter von Iphigenie und Orest; Frau von Agamemnon; tötete Agamemnon) -> nicht handelnd
- Orest: Grieche; Bruder von Iphigenie; brachte seine Mutter, Klytemnästra, um; Tantalide
- Pylades: Grieche; Freund Orests
- Thoas: König von Tauris
- Arkas: Taurer; Thoas Diener und Bote

Inhalt:
- 19 Auftritte in 5 Aufzügen
- Iphigenie: Tochter des Agamemnon und der Klytämnestra, Geschlecht der Tantaliden, seit Verstoßung des Tantalus ein Fluch der Götter auf Familie
- Auch Iphigenies Familie wurde durch grausames Schicksal zerstört
- Vor Feldzug gegen Troja opferte der Vater I. in Aulis, um seinen Schiffen günstigen Wind zu verschaffen
- Diana führte Iphigenie jedoch in Heiligtum bei den Taurern, wo sie als Priesterin dient
- Thoas, König der Taurer, wird von ihr dazu veranlaßt, den uralten Brauch, jeden Fremden auf dem Altar der Diana zu opfern, abzuschaffen.
- Thoas beabsichtigt, Iphigenie zu heiraten
- Sie lehnt den Antrag ab – gekränkt befiehlt der König, das Fremdenopfer an zwei soeben an der Küste gelandeten Männern wieder zu vollziehen
- Iphigenies Bruder Orest und dessen Freund Pylades, die sich aber zunächst nicht zu erkennen geben
- von Pylades erfährt Iphigenie die Bluttaten, die sich während ihrer Abwesenheit in ihrer Familie zugetragen haben: Der Gattenmord der Klytemnästra und der Muttermord Orests, der seither von den Erinnyen (Rachegeister) verfolgt wird
- Sühne : Orest auf Apolls Geheiß »die Schwester« aus Tauris rauben
- Bei Goethe ist die Weisung Apolls jedoch von delphischer Doppeldeutigkeit: »die Schwester« deutet Orest vordergründig als das Standbild der Diana (Apolls Schwester), (weiß nicht, daß seine eigene auf Tauris ist)
- Erst im dritten Akt gibt sich Orest zu erkennen.
- akzeptiert seine Opferung als unausweichliche Folge des göttlichen Fluches, der auf seiner Familie lastet und verfällt in einen Heilschlaf (totaler Nervenzusammenbruch), der ihn von den Erinnyen befreit
- Auf Veranlassung des Pylades ist Iphigenie jedoch zunächst bereit, mit Orest und seinem Freund unter Mitnahme des Standbilds zu fliehen
- Sie erkennt aber bald in diesem Vorhaben eine Fortsetzung der alten Kette von Täuschung und Betrug, denn Thoas vertraut ihr
- Im Konflikt zwischen Vertrauensbruch und Rettung des Bruders offenbart sie sich schließlich dem König, der durch ihren Appell an seine Humanität veranlaßt wird, die Heimfahrt zu gewähren.

Goethe griff antike, griechische Tantalidensage auf
 

zu 4.) Der Charakter des guten Menschen

- Iphigenie -> guter Mensch
- Aussehen: hübsch, mittelgroß, typisch griechisch
- eine Frau, die immer versucht ehrenvoll und ehrlich zu handeln, also nicht gegen ihre eigene Überzeugung oder um zum Beispiel anderen Schaden zuzufügen
- Obwohl sie mit Situation auf Tauris im Allgemeinen unzufrieden ist, bringt sie es nicht übers Herz den gastfreundlichen König zu hintergehen und heimlich von der Insel zu fliehen, auch wenn dies ein Wiedersehen mit ihrer Familie bedeutet
- Um Flucht zu decken soll sie auf Pylades‘ Geheiß dem König sagen, dass sie eine Weihe am Strand durchführen muss
- Iphigenie schafft es zwar den Boten halbwegs überzeugend zu erzählen, jedoch im Angesicht des Königs und somit des Belügten schafft sie es nicht mehr falsch zu spielen und legt ihre Karten offen auf den Tisch, in der Hoffnung, dass der König Verständnis zeigt und sie frei ziehen läßt
- Ihre Gutherzigkeit beweist sich durch den ständigen Versuch den König von den Fremdopfern abzuhalten
- Falsche Hoffnungen will sie auch in keinem wecken, da sie die Heiratsanträgen des Thoas immer sanft, aber eindeutig ablehnt
- Iphigenie setzt sich auch für die damals fast unbekannte Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ein, was man besonders an ihren Worten gegenüber Thoas gegen Ende des Stückes bemerkt
- Aussprüche wie „Hat denn zur unerhörten Tat der Mann / Allein das Recht? Drückt denn Unmögliches / nur er an die gewalt’ge Heldenbrust?“ (S. 65 oben) oder “So steh ich denn hier wehrlos gegen dich? / Die schöne Bitte, den anmut’gen Zweig, / In einer Frauen Hand gewaltiger / Als Schwert und Waffe, stößest du zurück: Was bleibt mir nun, mein Innres zu verteid’gen?“
- Iphigenie: Mensch mit von Grund auf guten Idealen, die sie auch immer einhält
 

zu 5.) Wie handelt der gute Mensch im Drama
 

- guter Mensch ist Iphigenie
- handelt mutig und entschlossen
- lehnt sich gegen den König Thoas auf
- handelt geschickt und listig
- König bemerkt Iphigenie bei ihren Taten nicht

gute Tat besteht darin:

- Iphigenie will mit ihrem Bruder Orest und dessen Freund Pylades von der Insel fliehen
- Sie bringt kein Opfer obwohl es das Gesetz verlangt
- Gesetz lautet: Jeder Fremde auf der Insel wird getötet (Orest und Pylades sind Fremde)
- Rettet die eigentlichen Opfer sogar vor dem Tod
- Iphigenie lehnt sich gegen den König auf und handelt gegen seine Gesetze
- Jedoch ist sie immer ehrlich gegenüber Thoas und belügt ihn nicht (sagt ihm auch das sie von der Insel gehen will)
 
 
 

zu 6.) Der Charakter der Antagonisten

- es gib keine richtige Gegenfigur zum guten Menschen in diesem Drama, also keinen wirklich schlechten Menschen

Charakter von Thoas und Arkas

Gegenfiguren sind: Thoas, Arkas (keine direkten Gegenfiguren ? passive Gegenfiguren)

Charakterisierung:

Thoas:
- König von Tauris
- zu Beginn beschreibt ihn Iphigenie als edlen Mann
- ist es gewohnt zu „befehlen“ und zu „tun“
- Iphigenie beschreibt seine Seele als „fest“ und „unbeweglich“
- jedoch ist sein erster Auftritt von gütigem und edlem Auftreten geprägt
- Thoas ist „großgütig“ und „tolerant“ (nimmt fremde Iphigenie auf)
- naiv (will Iphigenie heiraten, sie will aber nicht)
- Thoas ist nicht einem Kreon (Antigone) gleichzusetzen, weil Thoas kein Tyrann ist
- jedoch ähnelt er ihm in dem Sinne, dass er nicht von Götterwelt ausgeht, sondern von seinem Herzen befiehlt

Arkas:
- setzt Befehle von Thoas um
- diplomatisch
- zu Beginn beschreibt ihn Iphigenie als „tapfer“, „weise“ und „mild“
- regte zum Denken an; weise; spielt Rolle des Sehers, des Boten und/oder des Chors

Charakter von Orest
- Bruder Iphigenies -> Grieche
- liebt Griechenland
- stammt aus dem fluchbeladenem Geschlecht der Tantaliden
- hat Blutschuld auf sich geladen, da er auf vermeintliches Geheiß der Götter seine Mutter tötete
-> Verfolgung durch Erinnyen -> kann nicht völlig klar denken
- soll "die Schwester" aus Tauris rauben (Anweisung Apolls)
-> Doppeldeutigkeit
- will durch Sühnetod sterben (Selbstmord als Strafe)
-> akzeptiert seine Opferung als unausweichliche Folge
- im 3. Aufzug gibt sich Orest zu erkennen, erkennt Iphigenie
-> verfällt dann dem Wahnsinn/ in den Heilschlaf
- Vision: sieht wie sich alle Familienmitglieder versöhnen -> Götter sind versöhnt und er ist erlöst -> Lebensmut
- Ende 3. Aufzug: Gefährdung Orests überwunden ( Pylades: "Dein Bruder ist geheilt!..."
- ab 5. Aufzug, 4. Auftritt (dramatisch): Orest hat eine würdevolle Haltung
- Werte: "Ich schätze den, der tapfer ist und grad."
- bemerkt Doppeldeutigkeit erst im letzten Aufzug
- fast während des ganzen Stücks etwas wirr
- am Ende zeigt sich sein wahrer Charakter

Charakter von Pylades
- ehrt Orest als Freund und Vorbild ("Da fing mein Leben an, als ich dich liebte" u.a. ;II/1)
- treuer, ergebener Freund von Orest
- voller Lebensenergie (will nicht ohne Kampf aufgeben und sterben -> Fluchtversuch) (II/1)
- optimistisch denkend (hofft auf Hilfe von Göttern -> gläubig)
- gebildet, besitzt Menschenkenntnis (merkt das Iphigenie seinen König(Agamemnon) kannte; Ende II/2)
- mutig, treibt Orest zur Flucht an -> führt zu Sinn des Werkes erheblich bei
- ist das treibende Rad im Getriebe; ohne ihn wäre das Drama nicht entstanden oder es hätte mit der Hinrichtung von Orest und Pylades geendet

zu 7.) Die Bedeutung des Handelns des guten Menschen

- Iphigenie schafft es, durch ihre menschliche Ausstrahlungskraft, dass fremde Menschen glücklich die Insel verlassen können
- schafft es Bevölkerung und Thoas zufriedenzustellen (bis zum letzten Heiratsantrag)
- bricht Fluch ihrer Familie
soziale und politische Relevanz:
- toleranz
- Achtung des Lebens
- Gewalt löst keine Probleme
- Ehrlichkeit -> keine großen Konflikte
- "Doch führt sie (die Griechen) Gewalt und List nicht immer mit den erlangten Gütern glücklich heim."
=> Humanitätsdrama

zu 8.) Die Realisierbarkeit des Appells

Appell:
- kindliches Vertrauen, Reinheit, Bescheidenheit, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit
-> wird heute oft ausgenutzt, sind aber trotzdem noch Wertvorstellungen
- Toleranz, Familie ehren, Dankbarkeit, gegen Gewalt sein ist heute sehr gut machbar und wird teilweise schon gemacht
- Frömmigkeit, Gütigkeit schwerer durchführbar, aber machbar, wenn Wille da ist

zu 9.) Wiedererkennung der Handlungsmaximen in gegenwärtigen Verhaltens- und Rechtsnormen

Handlungsmaximen:
- kindliches Vertrauen, Menschlichkeit, Reinheit, große Liebe zur Familie und zum Vaterland, Dankbarkeit, Bescheidenheit, stetig gutes vollbringen, Ehrlichkeit, Gütigkeit, Friedlichkeit, Toleranz / Gleichheit der Menschen, Freiheit

- Gleichheit der Menschen, Gerechtigkeit, Freiheit im Grundgesetz Art. 1
- Friedlichkeit ebenfalls im Gesetz verankert
- 10 Gebote: "Du sollst nicht lügen"; "Du sollst Vater und Mutter ehren"
- Bibel lehrt gütig, fromm/religiös, gastfreundlich zu sein und keine Gewalt anzuwenden
- Werte: Ehrlichkeit (Kindererziehung), Familie ehren, Dankbarkeit, Bescheidenheit, Gütigkeit (nur teilweise erfüllt)
- Werte: Friedlichkeit (größtenteils erfüllt)

Die Handlungsmaximen haben sich bis heute erhalten, weil sie mit dem gesunden Menschenverstand übereinstimmen

zu 10.) Konflikte der Personen

Die kulturellen Differenzen zwischen den Griechen und den Skyten:
- im Eingangsmonolog werden diese durch Iphigenie verdeutlicht -> Trennungslinie
- es sind sich alle relativ fremd
- sind eigentlich gleich, nur Griechen sind überheblich, weil sie nicht sehen, dass auch bei ihnen Menschenopfer begangen werden

Der erste Monolog der Iphigenie:
-> lebt in einem fremden Land
-> Familiengeschichte
-> geheime Spannung wegen zwiespältiger Haltung gegenüber der Gottheit + Stellung als Weib und Priesterin
-> "Gefangenschaft auf Tauris"
-> Sehnsucht nach der Heimat
-> leichtes Aufbegehren gegen die Geschichte
-> fühlt sich nicht geborgen

Heiratsantrag von Thoas und der daraus resultierende Konflikt:
- kündigte sich unterschwellig bereits in I/1 (Iphigenie fühlt sich fremd) und I/2 (Arkas bittet sie zu heiraten, weil er Schlimmes ahnt) an
- zwischen Priesterin (keuch, rein) und König (Gastgeber)
                 rechtlose Frau und Herrscher
- Iphigenie ist fremd (Griechin) und Thoas ist Skythe (will ihre Herkunft endlich erfahren, die sie als Vorwand nimmt ihn nicht zu heiraten)
- Ausrede von Iphigenie: "Hat nicht die Göttin, die mich rettete, allein Recht auf mein geweihtes Leben"

Der innere Unfrieden Iphigenies:
- der Konflikt zeigt sich in 2 Monologen, die durch Pylades unterbrochen werden (S. 52-53; S. 58-60)
- entsteht aus tiefer Spannung
- steht zwischen Rettung ihres Bruders, seines Freundes, sich selbst => Rückkehr in die Heimat und der Treue zu sich selbst, der unbedingten Wahrheit, der Menschlichkeit, denkt sie sei Thoas wegen seiner Gastfreundlichkeit etwas schuldig
- liegt der Versuchung nahe sich selbst, Orest und Pylades zu retten, ohne Rücksicht auf Götterwillen und Recht
-> Mahnung ihres Gewissens IV/5
- tiefster Zwiespalt
- kann ihre eigenen Gefühle von Dankbarkeit und Verehrung gegenüber dem König nicht leugnen => tiefe Verzweiflung

Das Bekanntwerden der Verschwörung (V/3):
- Thoas will wissen warum Iphigenie die Opferung verschiebt (ahnt die Antwort bereits)
- Ansprache beider von Mißtrauen diktiert
- Iphigenie antwortet ausweichend -> sie habe nichts verheimlicht, nur absichtlich vernebelt
- Thoas will klare Antwort
- Iphigenie nennt ihre fürstliche Abstammung und stellt sich somit mit Thoas auf eine Stufe
- Thoas befiehlt ihr sofort die Opferung durchzuführen mit Hilfe eines weiteren Gesetzes
- Iphigenie spielt auf die Gleichberechtigung der Frau an, die nur die "reine Seele" als Waffe hat
Lösungsversuch:
  - Offenbarung des Fluchtplans
  - Iphigenie vertraut auf Güte und Liebe der Götter
  -> Iphigenie entscheidet sich für die Wahrheit
Konflikt ist noch nicht gelöst:
  - Thoas kann die Griechen nicht gehen lassen, da sie das Kultbild der Diane mitnehmen wollen
  - Orest und Thoas wollen Konflikt im Kampf lösen
  -> Iphigenie besänftigt
  - Orest kommt zur Einsicht, dass nicht das Kultbild sondern Iphigenie gemeint war
=> friedliche Abreise mit "Lebt wohl!" von Thoas

Weitere Konflikte:
- Orest stand während der Zeit der Verfolgung durch die Erinnyen im ständigen Konflikt
- Pylades schürte durch seine List die meisten Konflikte
 
 

AUTOREN: Katrin Mahnke, Diana Dreßler, Janek Radomsky, Hardy Köbe
IM NETZ: seit 30.11.00